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allein auf station

anderer, nicht ich  vLine  11. August 2008 22:38   Dieser Blog wurde von einer Privatperson erstellt und enthält persönliche Meinungen oder Erfahrungen.

 

heute war ich allein mit 20 psychotherapie wünschende patienten. ich hatte die visite im laufmarsch getan. plus eine aufnahme. plus pause. bin ich einen held?

oder eher einen pfutsch-machender?

 

mal schauen was der feed-back bringt.. hier und da... 

 
 

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Tod durch Behandlungsfehler

Stefanie Bachstein alias Hanne Schnabel  vLine  22. Oktober 2007 14:10   Dieser Blog wurde von einer Privatperson erstellt und enthält persönliche Meinungen oder Erfahrungen.

 
Schweigen nach einem Zwischenfall – das zweite Trauma
Unsere siebenjährige Tochter starb vor 11 Jahren an meinem 46. Geburtstag durch eine unerkannte Fehlintubation im Rettungswagen. Der Beatmungsschlauch befand sich fälschlicherweise in der Speiseröhre. Durch das Schweigen danach wurde ich zusätzlich zum Schmerz über den Tod meines Kindes, mehrfach traumatisiert – und nicht nur ich, sondern meines Erachtens auch die junge Notärztin, der dieser Fehler unterlief, und mit der ich einige Zeit in Kontakt stand.

Frühjahr 1996
Unsere 7-jährige Jule hatte auf dem Schulweg einen Verkehrsunfall. Dabei wurde sie vom Außenspiegel eines fahrenden PKW im Gesicht getroffen. Rettungswagen und Notarztwagen waren in kürzester Zeit am Unfallort.
Eine Fehleinschätzung der Lage und eine Fehlintubation der erstversorgenden Notärztin haben laut gerichtsmedizinischem Gutachten den Tod unseres Kindes verursacht.
Im Notarztprotokoll war das Glasgow-Komaschema mit 14 angegeben. Die Notärztin hatte unter der Verdachtsdiagnose, „schweres Schädel-Hirntrauma“, eine Intubation vorgenommen, unser Kind war relaxiert und die Spontanatmung ausgeschaltet. Ein Rettungshubschrauber war angefordert. Als der herbeigerufene Hubschraubernotarzt, ein Anästhesist, eintraf, sah er sofort, dass Jule fehlintubiert war. Trotz aller Anstrengung konnte er Jules Leben nicht retten. Sie starb im Hubschrauber auf dem Flug ins nächste größere Klinikum. Der Hubschraubernotarzt und die Klinik vertuschten den folgenschweren Fehler ihrer Kollegin nicht. Dafür sind wir bis heute dankbar. Der diensthabende Klinikarzt teilte uns mit, dass Jule gestorben sei und informierte uns wahrheitsgemäß, dass eine Fehlintubation vorläge. Deshalb sei die Staatsanwaltschaft eingeschaltet und eine gerichtsmedizinische Obduktion angeordnet, gegen die wir nichts unternehmen könnten. Um das rechtsmedizinische Gutachten zu erhalten, müssten wir uns einen Anwalt nehmen. Ich war so im Schock, dass ich nur verstand „Jule ist tot“ – was eine Fehlintubation ist, wusste ich damals nicht. Als mir befreundete Ärzte am Nachmittag erklärten, was das bedeutet, geriet ich in Panik. So durfte mein Kind nicht gestorben sein, das würde ich nicht verkraften. Das durfte einfach nicht wahr sein. Ich zog ich mich innerlich auf die Position zurück: „Jule wäre sowieso gestorben - an ihren schweren Verletzungen“. Ich kann mir vorstellen, dass diese Schutzhaltung auch bei der jungen Notärztin, die damals als Assistenzärztin in einem Krankenhaus arbeitete, in ähnlicher Weise vorhanden war.

Herbst 1996
Nach Jules Tod habe ich psychologische Hilfe in Anspruch genommen und ein halbes Jahr intensiv um mein Kind getrauert. Mitte September erhielten wir das Gerichtsmedizinische Gutachten. Schwarz auf weiß lasen wir, dass Jule eindeutig durch die Fehlintubation gestorben ist. Das Gutachten ging von 7-10 Minuten unerkannter Fehlintubation aus. Gegen die Ärztin wurde weiter ermittelt. Das Rettungsteam hatte bei der Vernehmung durch die Kriminalpolizei zu Protokoll gegeben, dass niemand die Fehlintubation in die Speiseröhre bemerkt habe. Für mich war das Schlimmste eingetroffen, obwohl Jule schon ein halbes Jahr tot war, denn ich musste mich nun der Tatsache stellen, dass unser Kind so gestorben war. Es begann für mich die Auseinandersetzung mit dem Geschehenen. Ich wollte die Ärztin persönlich kennen lernen und suchte das Gespräch. Wir verabredeten und in ihrem Büro in der Klinik.
Bei diesem ersten Treffen versuchte Frau Dr. Fiedler mir klar zu machen, dass sie sich in dem gerichtsmedizinischen Gutachten ungerecht beurteilt fühle. Ich spürte die Wut in mir hochsteigen, doch ich wollte nicht mit ihr streiten, sondern sie als Mensch kennen lernen und lenkte das Gespräch in eine andere Richtung. So kam es, dass sie während dieser Begegnung zwei Sätze sagte, die mich tief berührten: "Ich bin schon zweimal durch ihre Strasse gefahren aber ich habe mich zu sehr geschämt, um bei ihnen zu klingeln."
Auf meine Frage, ob sie jemanden habe, der sie in ihrer jetzigen Lage unterstütze, antwortete sie: "Nicht wirklich, meine Kollegen sagen schon mal "Kopf hoch" oder so etwas in der Art. Mein Chef Dr. Adams meint, ich solle ganz normal weiterarbeiten, auch als Notärztin und so tun, als sei nichts geschehen."
Dann schaute sie mir in die Augen und sagte: "Es ist verrückt, aber manchmal habe ich, wenn ich mit dem Auto an einer Kreuzung warten muss, eine wahnsinnige Angst, Sie könnten neben mir halten... Ich bekomme dann Herzklopfen und Schweißausbrüche. Ähnlich ist es, wenn ich durch die Willy-Brand-Straße fahren muss..." - die Straße, in der Unfall passierte. Frau Dr. Fiedler war nicht die abgebrühte Medizinerin, die das alles nichts anging. Ich reichte ihr zum Abschied in einer sehr bewussten Geste die Hand. Dieses Gespräch bewog mich, die Notärztin zu schützen, wo ich es vermochte, z. B. in dem ich die Medien nicht informierte und ihren Namen nicht preisgab.

Sieben Jahre später – 2003
Durch Zufall erfuhr ich sieben Jahre nach dem Tod unseres Kindes, was sich im Rettungswagen wirklich zugetragen haben soll. Es habe mehrere Fehlversuche beim Intubieren gegeben. Immer wieder habe der Beatmungsschlauch in der Speiseröhre gesteckt. Einer der Rettungssanitäter soll beim letzten Versuch gesagt haben "Könnte der Schlauch nicht wieder falsch liegen?" Die Ärztin verneinte.
Jule hatte keine Chance. Dieses wurde und wird bis heute verschwiegen. Aus einem Fehler, der nicht angeschaut werden darf, kann niemand lernen. Erst seitdem ich weiß, was wirklich passiert ist, bin ich darüber zur Ruhe gekommen. Vorher war ich nie das Gefühl los geworden, dass da etwas nicht stimmt. Die Wahrheit hat mir mehr geholfen als das Verschweigen.
Was für uns hilfreich gewesen wäre:
1. Wahrhaftigkeit und Offenheit Wenn die Ärztin zu uns gekommen wäre und zu ihrem Fehler hätte stehen können und dürfen. 
2. Mit-Schmerz und Mit-Trauer

Wenn die eigene Betroffenheit und Trauer für uns spürbar geworden wäre, auch von Vorgesetzten oder Kollegen. 
3. Die Zusage an uns Eltern, aus dem Fehler zu lernen
Zum Beispiel durch eine genaue Fehleranalyse
www.stefanie-bachstein.de
 
 

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Zeitrelativitäten

medizyn  vLine  07. Juli 2007 00:52   Dieser Blog wurde von einer Privatperson erstellt und enthält persönliche Meinungen oder Erfahrungen.

 
Immer wieder gerne gehört: Ich habe jetzt überhaupt keine Zeit! und Hat hier mal endlich einer Zeit für mich! oder Alles über neueste  angloamerikanische Strategien Ihres Zeitmanagements aus dem Seminar für Führungskräfte in der Medizin.
Meinen ersten richtigen Zeitkulturschock erlebte ich nach dem Wechsel aus einer (wie es so schön heißt 'gut gehenden', also vermutlich nicht humpelnden) Praxis mit ca 150 Patienten/d zurück in die Klinik. Fünfminutenmedizin nicht nur als Schlagwort sondern gelebte Realität. Besonders schön sind ja die zuvorkommenden Patienten, die sich schon mal 'frei gemacht' haben; "für meine Spritze - Sie wissen schon, Herr Doktor". 
Jetzt also Anästhesie und man kennt das ja: Fällt der Anästhesist vor Schlaf ermattet vom Stuhl ist es bei ihm ein typischer Arbeitsunfall. Der medizinische Luxus schlechthin: drei, ja manchmal sogar fünf Patienten an einem Tag. Das wollte ich doch schon immer: endlich Zeit haben für meine Patienten, kritisch Befunde beurteilen können und in Ruhe die beste Therapie auswählen und anwenden. Geht auch - nur was mache ich in dem Rest der Zeit? Warten auf den OP Beginn: 45 Minuten sind da schnell gefüllt mit interessanten Gesprächen über das Vorabendfernsehprogramm mit Hansi Hinterseher oder die letzte Episode des kleinen Nils. Wechselzeiten zwischen den OP's: eigentlich waren die drei Kaffee beim Warten auf den ersten Patienten schon zwei zuviel - naja es gibt ja noch Seite Eins der Blödzeitung mit ausführlichen Berichten über Ärztepfuscher - immer wieder gern gelesen. Ach, es dauert mal wieder etwas länger bis der chirurgische Chef aus der Ambulanz kommt - macht Nichts, unser Patient hat ja erst seit 20 Minuten Narkose ohne das etwas passiert und der Assistent traut sich nicht ran. Oh, schon Mittagspause - wie heute wieder die Zeit verrinnt und erst 2 Patienten geschafft... Nee, Mittagspause ist heute nicht, schließlich kommt ja gleich der Nächste. Dachte ich - schließlich hat die Klinikprivatisierung nicht dazu geführt, dass jetzt alles schneller, effektiver und mit optimalem Zeitmanagement (s.o.) verläuft. Durch die betriebsbedingten Kündigungen fehlen jetzt wichtige Mitarbeiter, z.B. die Transporteure unserer Patienten, die diese von Station zum OP bringen, Schwesternstellen sind auch gekürzt, na und die haben jetzt (Achtung O-Ton) überhaupt keine Zeit mehr irgendwelche Patienten irgendwo hinzubringen. Wäre ich Kaffeetrinker, hätte ich spätestens jetzt schwarze Füße aber so lasse ich mich gerne noch über die neuesten Fußballergebnisse der Dorfregionalliga Kleinhöckersdorf unterichten. Mir rennt die Zeit davon, bestimmt sind noch zig Patienten auf Station zu prämedizieren, wieder keine Mittagspause heute und eben hat da noch einer was von Notfallileus gemurmelt, der schon seit 10 Tagen mit Beschwerden auf der Chirurgie liegt - den würden wir JETZT zwischendurch SCHNELL machen, der wäre aber noch nicht prämediziert, das könnte noch was dauern. Also ---- gehe ich jetzt gleich ins Bett oder lege ich mich erst mal hin... Das dachte sich wohl auch diese nette Patientin, die schon seit (Achtung persöhnlicher Rekord!) knapp zweieinhalb Stunden geduldig auf dem unbequemen OP Tisch liegt und wahrscheinlich schon gar nicht mehr darauf wartet, dass es heute noch mal los geht. 
So manches Mal denke ich mit Verwunderung an meine Zeit in der Praxis zurüchk und frage mich, wie ich das überhaupt nur schaffen konnte. Jetzt, nach einem Wechsel unter akademische Weihen an ein Unikrankenhaus der Maximalversorgung darf ich freudig feststellen: Das geht hier ja alles noch geruhsamer!
 
 

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Volksfront

medizyn  vLine  25. Juni 2007 19:56   Dieser Blog wurde von einer Privatperson erstellt und enthält persönliche Meinungen oder Erfahrungen.

 
Opa.jpg

Der Ärztemangel treibt zunehmend Blüten die einen an längst vergangene Zeiten glauben läßt.  Eine Vermittlungsagentur hat uns jetzt zwei Kollegen als Fachärzte geschickt, die Ihren medizinischen Horizont längst überschritten haben. Auf die Frage ob denn das Geburtsdatum (1938) richtig sei, kam aus der Personalverwaltung nur ein “Natürlich”. Erst der Hinweis auf das tatsächliche Alter des Kollegen (69 Jahre) entlockte der verantwortlichen Leitungskraft immerhin ein “Oh”, dabei blieb es dann und wir bastelten schon mal gelbe Binden mit drei schwarzen Punkten drauf und reanimierten unsere ausgemusterten Rollstühle aus dem Keller. Freundlich ist er ja, unser erster neuer Kollege und Dienste will er auch übernehmen. Nur in die Geräte müsse er sich noch ein bischen einarbeiten.  Schließlich sei seine aktive Zeit ja etwas her und in seinen letzten Jahren als Chef sei er auch nicht mehr so in die Arbeit am Patienten involviert gewesen. Die Führung durchs Haus ging dann schneller als das Aufschliessen der Personalschleuse. Wegen seinem Diabetes und dem Bluthochdruck ist die Hand schon mal etwas zittrig entschuldigt er sich. Das Narkosegerät macht ihm dann doch etwas Angst, schließlich haben wir hier im Osten zwar nicht genug Ärzte, sind dafür aber Gerätetechnisch absolut auf dem neuesten Stand. Auch den Wunsch nach Lachgas mussten wir leider verneinen, dafür haben wir aber wieder alle Medikamente im Schrank - fast alle, Pancuronium leider nicht. Wobei die kleine Zwischenfrage erlaubt sei ob ein 5 Minuten Eingriff wie eine Kürettage wirklich so etwas braucht. Na, jedenfalls recht gemächlich ging denn dieser erste Tag auch für unseren neuen Aushilfskollegen vorüber. Bei freier Kost und Logis wollte er lieber nicht bei uns essen, gut es ist keine passierte Diabetikerkost, aber sollte man nicht als Zuckerkranker zwischendurch mal einen Happen essen? Klappt es vielleicht deshalb nicht so richtig mit der Spinalanästhesie weil es gar kein Alterstremor ist? Heute dann durfte ich Zeuge einer neuen Methode eine Spinale zu stechen werden. Die Patientin sitzt längs auf dem Tisch, die Beine oben und unser Anästhesie Opi sticht mit einer Hand von seitlich. Das kann eigentlich nicht klappen und das tat es auch nicht. Die Patientin war schon reichlich dorsal perforiert, hatte einen Blutdruck von 170/120 und einen Puls von 130/Min und war am weinen. Das kam bestimmt von den anderen Umständen und der Vorfreude auf das gleich 'geborene' Kind. Unsere Gynäkologen sind eigentlich immer nett und geduldig - aber heute, irgendetwas muss Sie wohl gestört haben. So richtig aus der Ruhe bringen ließ sich unser Opi nicht und nur meine bestimmt sanfte (! - cave Hypertonie) Intervention konnte die Situation gerade noch retten. In der postoperativen Evaluation war unsere Patientin allerdings nicht so ganz von dem Verfahren überzeugt und möchte beim nächsten Kind dann doch lieber eine Vollnarkose. Das entspricht dann auch wieder ganz dem Ausbildungsstand unseres Kollegen. Nach dem heutigen Tag war jedenfalls nicht nur er zittrig, beruhigend jedoch ist die Aussage unseres Geschäftsführers er übernehme voll und ganz die Verantwortung für unsere externen Kollegen. Immerhin spielen diese ja auch in der Liga seiner Gehaltsgruppe.

 
 

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Jetzt beginnt der Ernst des Lebens...

PJay  vLine  15. Juni 2007 17:40   Dieser Blog wurde von einer Privatperson erstellt und enthält persönliche Meinungen oder Erfahrungen.

 

So das soll er also sein...der erste Blog in meinem Leben und seit Einführung des Web 2.0 !!

Aber vielleicht gar keine schlechte Idee über das PJ in Euskirchen zu berichten, so daß andere Studenten davon profitieren.

 
 

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