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Für Gaumenfreunde

Frank Antwerpes  vLine  08. Dezember 2009 18:28   Dieser Blog wurde von einer Privatperson erstellt und enthält persönliche Meinungen oder Erfahrungen.

 
Der Palatometer der Firma CompleteSpeech aus Utah, wird normalerweise genutzt, um Patienten mit Sprechstörungen im Umgang mit ihrer Zunge zu schulen. Wissenschaftler der Universität von Witwatersrand in Johannesburg, haben den Sensor jetzt dazu zweckentfremdet, Stumme wieder zum Sprechen zu bringen.

Dazu fütterten die südafrikanischen Forscher den Input der zahlreichen Berühungssensoren in ein System ein, das die Zungenbewegungen in Worte übersetzt, die mit einem Sprachsynthesizer ausgegeben werden können.

Bis jetzt hat das Team um Megan Russell dem Sprachhelfer die typischen Berührungsmuster von 50 Worten beibringen können. Jedesmal, wenn der Träger der Gaumenplatte durch seine Mundbewegungen das Berührungsmuster nachbildet, ertönt das entsprechende Wort. Am Ende der Entwicklung soll ein "künstlicher Larynx" stehen.

Hier der Originalartikel in Technology Review

 
 

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Twitterverbot im OP?

Frank Antwerpes  vLine  02. Oktober 2009 15:52   Dieser Blog wurde von einer Privatperson erstellt und enthält persönliche Meinungen oder Erfahrungen.

 
Der Marburger Bund findet Twittern doof. Medienberichte, nach denen verschiedene US-Kliniken den Microblog-Dienst Twitter erproben, kommentiert der 2. Vorsitzende Andreas Botzlar mit teutonischer Strenge: "Das ständige Twittern am Rande einer OP würde die Konzentration des Teams nur unnötig stören und das Fehlerrisiko erhöhen". Aha. Der MB-Vize vermutet offensichtlich, dass Publicity-geile US-Ärzte mit der einen Hand das Smartphone halten ("Modische Macken") und mit der anderen das Skalpell führen. So abschätzig würde selbst Dr. House seine chiurgischen Kollegen nicht beurteilen.

Botzlar weiter: "Ich zweifle daran, dass die Angehörigen in Echtzeit über das Öffnen der Bauchdecke des Patienten informiert werden wollen“. Nun vielleicht nicht über das Öffnen der Bauchdecke - aber ich würde als Angehöriger schon mal ganz gerne etwas über den Zwischenstand einer 4stündigen OP erfahren. Herr Botzlar, bitte aufwachen: Wir schreiben das Jahr 2009. Auch die Generation SMS liegt mittlerweile auf dem OP-Tisch.
 
 

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Die neue Natürlichkeit.

Frank Antwerpes  vLine  17. September 2009 14:04   Dieser Blog wurde von einer Privatperson erstellt und enthält persönliche Meinungen oder Erfahrungen.

 
Natur ist eine feine Sache. Denn Natur bezeichnet alles, was nicht vom Menschen geschaffen wurde - also Bäche, Bäume, muntere kleine Rotkehlchen usw. Von Frank-Ulrich Montgomery, dem Vizepräsidenten der Bundesärztekammer, sollte man als Arzt erwarten, dass er mit dem Begriff "Natur" vertraut ist.

Deswegen ist es ganz schön überraschend, wenn man die heutige Berichterstattung auf spiegel.de liest. Demnach hat Montgomery in Frank Plasbergs Rentnertainment-Show "Hart aber fair" das folgende bemerkenswerte Zitat zu den anrüchigen "ratiopharm"-Zahlungen an Ärzte fallen lassen: "Es war ein ganz normales, natürliches Verhalten."

Damit ist Frank-Ulrich Montgomery etwas gelungen, was Philosophen seit Jahrhunderten erfolglos versuchen: Den Begriff der "Natürlichkeit" radikal umzudefinieren. Unabhängig davon, wie man inhaltlich zu den ratiopharm-Zahlungen steht: Als zweithöchster Ärztefunktionär hätte Montgomery wissen müssen, dass man im öffentlich-rechtlichen Fernsehen am besten eine Demutshaltung einnimmt, wenn man sich auf dünnem moralischen Eis bewegt. Jörg-Dietrich Hoppe wäre das mit Sicherheit nicht passiert.

Damit hat Montgomery der Ärzteschaft fraglos einen Bärendienst erwiesen. Die Frage bleibt, wie einem Medienprofi wie ihm so ein Ausrutscher passieren konnte. Möglicherweise hat ihn das Berliner Kunstlicht zu sehr vom Begriff der "Natürlichkeit" entfremdet.
 
 

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Apobank ist abgebrannt.

Frank Antwerpes  vLine  27. August 2009 14:22   Dieser Blog wurde von einer Privatperson erstellt und enthält persönliche Meinungen oder Erfahrungen.

 
Die ehrwürdige Ärzte- und Apothekerbank scheint sich im Rahmen der Kreditkrise verhoben zu haben, wie das Handelsblatt heute berichtet. Die Kernkapitalquote sank im ersten Halbjahr auf 6,4 Prozent - Werte unter 6 Prozent gelten als bedenklich.

Die "Bank für die Heilberufe" braucht nun selbst eine kleine Therapie ihres Wertpapierportfolios. Diese soll durch Gründung einer "Bad Bank", sprich die chirurgische Ausräumung der schlechten Assets erfolgen. Auch die Einlagensicherung des Bundesverbands der Deutschen Volks- und Raiffeisenbanken (BVR) will adjuvant einspringen. Apo-Bank Chef Pfennig glaubt jedoch unverdrossen an die Qualität der einzumottenden Papiere.

Allzu stark scheint dieser Glaube nicht zu sein. Denn auf der Website der Apobank sucht man vergeblich nach einem aktuellen Statement. Hier wird nur der Halbjahresbericht angeboten. Dort heißt es auf Seite 10 kunstvoll verbrämt: "Über die Solidarität im genossenschaftlichen Verbund wird hiermit die Kapitalmarktfähigkeit der apoBank gesichert." Anders formuliert: Ohne das Einspringen der anderen Genossenschaftsbanken müsste die ApoBank unter Umständen ihre Pforten schließen. Für Kollegen, die über ihre Geschäftsanteile Miteigentümer der Bank sind, dürfte das nicht gerade eine beruhigende Botschaft sein.
 
 

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Angst über Alicante

Frank Antwerpes  vLine  27. Juli 2009 12:46   Dieser Blog wurde von einer Privatperson erstellt und enthält persönliche Meinungen oder Erfahrungen.

 
Überall im Gesundheitswesen lauert die Verschwendung. Verschwendung durch unnötig verordnete Arzneimittel, Verschwendung durch ärztliche Fehlbehandlungen, Verschwendung durch überhöhte Managergehälter bei den Krankenkassen usw. Klar - bei diesem Druck musste die Verschwendung irgendwann auch mal im Gesundheitsministerium ankommen.

Und tatsächlich: Ausgerechnet im trägen Hitzezentrum des Sommerlochs überrascht uns die Chefin des Hauses, Ulla Schmidt, mit Nachrichten über die feinfühlige Nutzung ihres persönlichen Fuhrparks. Obwohl ich kein Freund von Eigentumsdelikten bin, möchte ich an dieser Stelle den spanischen Autoknackern meinen ausdrücklichen Dank entbieten. Ohne sie wäre der Juli aus publizistischer Sicht trostlos geworden.

Halten wir mal kurz nach: Die S-Klasse verbraucht im Durchschnitt 11,7 l - laut unverbindlicher Herstellerangabe. Bei einer Fahrstrecke von rund 2.400 km (x2) ergibt das einen Verbrauch von 561,1 Litern Super. Bei einem Literpreis von 1,30 Euro sind das gerade mal 730 Euro, wenn wir die Abschreibungs- und Abnutzungskosten außer Acht lassen. Keine Summe, welche die Bruttoneuverschuldung Deutschlands nachhaltig erhöht. Wozu also die künstliche Aufregung?

Bleibt allerdings die Frage, mit welchen Lohn- und Unterbringungskosten Ullas Chauffeur in dieser Zeit aufschlägt. Oder macht der zufällig auch gerade in Alicante Urlaub? Es wirft ein seltsames Licht auf den klassenkämpferischen Zustand der deutschen Sozialdemokratie, wenn deren Spitzenpersonal ihre Fahrer für zwei kleinere Transporteinsätze á 8,3 km satte 2 Wochen lang in einem kleinen Hotelzimmer mit offensichtlich schlecht schließenden Türen schmoren lässt. Spitzfindige Charaktere würden hier sicher einwerfen, das alles sei kein Problem, der Mann könnte sich in dieser Zeit ja auch blendend erholen. Außerdem würde sein Gehalt ohnehin bezahlt.

Diese Art von Sophismus war wohl selbst Ullas Parteifreund Hubertus Heil zu Heikel. Statt dessen überrascht uns der Generalseketär nun mit der Vermutung, Sicherheitsaspekte hätten den Ausschlag für die Dienstwagennutzung gegeben. Das ist endlich mal eine plausible Erklärung: Wahrscheinlich hatte die Ministerin Angst vor aufgebrachten Kassenärzten, die ihr irgendwo in der spanischen Macchia auflauern. Hasta la vista, Señora Schmidt!



Berlin - Alicante: 2.400 km - wer sein Auto liebt, der fliegt.
 
 

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