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Gesichtsver-Lustreise

Frank Antwerpes  vLine  18. August 2008 15:57   Dieser Blog wurde von einer Privatperson erstellt und enthält persönliche Meinungen oder Erfahrungen.

 
Schön zu lesen, dass der Gesundheitsausschuss des Bundestages im Ausland in vollen Zügen seine politische Fortbildung genießt. Jetzt weiß ich endlich, warum Politiker Ärzten bei Kongressbesuchen immer gerne Freizeitabsichten unterstellen.
 
 

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Risperdal für Karl

Barbara Buschow  vLine  10. August 2008 18:10   Dieser Blog wurde von einer Privatperson erstellt und enthält persönliche Meinungen oder Erfahrungen.

 
Betrachtet man die Äußerungen Herrn Lauterbachs der letzten Woche, so darf man sich berechtigte Sorgen um die Gemütsverfassung des Robin Hoods der GKV machen:

Zunächst ein Interview des Meisters der Neidkultur im Focus mit dem Tenor „Nicht jeder Arzt muss gut verdienen“ und der keinesfalls Sozialneid schürenden Feststellung „..mit 90000 Euro pro Jahr sollte ein Arzt sich finanzieren können!“

Dann flugs ein Schwenk um 180 Grad, um der Kritik des Bundesrechnungshofes an den Jahresgehältern der Krankenkassenchefs entgegenzutreten:

Eine Neiddebatte ( er kennt dieses Wort tatsächlich! )bei den Krankenkassenmanagern findet er völlig überflüssig und kann nicht verstehen „...wenn wir (wir??) da kleinkariert auf ein paar hunderttausend Euro schauen.“

Der Mann tut mir ehrlich leid! Offensichtlich auf mindestens einem Auge wechselseitig blind, hat er einerseits als gewählter Volksvertreter ständig sein Image als Rächer der Enterbten und Beschützer von Witwen und Waisen zu pflegen, andererseits kann er wegen seiner zeitweiligen entgeldlichen Tätigkeiten neben dem Mandat für AOK Bayern, AOK Rheinland und Barmer Ersatzkasse diese Neidangriffe auf die Börse seiner Brötchengeber nicht unwidersprochen lassen.

Wahrscheinlich ahnte er schon vor gut einem Monat, wie es um seine geistige und berufliche Zukunft steht, denn da forderte er von den Krankenkassen bereits deutlich mehr Angebote für Leute mit psychischen Erkrankungen, insbesondere für solche, die ihren Job verloren haben...

Ernsthafte Sorgen darf man sich aber glaube ich nicht machen, denn als Aufsichtsratsmitglied der Rhön Klinikum AG dürfte ihm nur die allerbeste Versorgung zuteil werden.Winken
 
 

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Steigende Arzneimittelkosten

Thomas Luft  vLine  25. Juni 2008 10:35   Dieser Blog wurde von einer Privatperson erstellt und enthält persönliche Meinungen oder Erfahrungen.

 

Heute stand wieder einmal etwas von gestiegenen Arzneimittelausgaben in der Presse und ich frage mich dabei immer, wie sowas kommt? Schließlich werden die Festbeträge regelmäßig gesenktangepasst, Hersteller, Großhändler und Apotheken gewähren seit Jahren Zwangsrabatte, die Rabattverträge sollten theoretisch(!) weiteres Einsparpotential bieten (sonst könnte man sie ja auch einfach abschaffen) und es wird mehr und mehr generisch verordnet. Natürlich, die Entscheidung Impfstoffkosten zu übernehmen hat im vergangenen Jahr richtig reingebrockt und auch die gestiegene Umsatzsteuer hat einen Teil der Kostensteigerung verursacht.

In dem von mir gelesenen Artikel geht es aber um eine Kostensteigerung im ersten Halbjahr 2008 und da gab es -abgesehen von neuen Festbeträgen- keine Änderungen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass in Zeiten, in denen die Patienten immer höhere Aufzahlungen in Kauf nehmen müssen (z.B. Nebilet N3: 20,- EUR, Nexium 40 mg/90 St.: 45,- EUR, Sortis 20 mg/100 St.: 125 EUR), weil patentgeschützte Arzneimittel plötzlich in einer Festbetragsgruppe gelandet sind, überhaupt noch so viele teure Medikamente verordnet werden. Sicher, die neuen Therapiemöglichkeiten gegen Krebs und vielleicht noch AIDS kosten entsprechend. Dass sie allein Ursache für die Kostenexplosion sein sollen, kann ich aber nicht ganz glauben. Wofür wird also das Geld im Arzneimittelsektor ausgegeben? Vielleicht hat ja einer der Mitleser eine Idee?

 
 

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Assimilieren Sie sich!

Frank Antwerpes  vLine  12. Juni 2008 16:09   Dieser Blog wurde von einer Privatperson erstellt und enthält persönliche Meinungen oder Erfahrungen.

 
Normalerweise ist es nicht meine Art, so kurz hintereinander zwei Blog-Posts zum Thema Gesundheitspolitik zu schreiben. In letzter Zeit nimmt die Regulierungsdichte im Gesundheitswesen jedoch so schnell zu, dass man mit dem Kommentieren kaum mehr nachkommt.

Der alles verschlingende GKV-Moloch führt nämlich zum 1.7. zwei neue Kennziffern ein, um auch die letzten behaglichen Schmuseecken ärztlicher Abrechnung auszuleuchten. Die Rede ist von den an Vokalarmut leidenden Transparenz-Zwillingen LANR und BSNR.

LANR, die "lebenslange Arztnummer" wird ab sofort jeden GKV-Arzt als treuer Weggefährte durch die Kassenmedizin begleiten. "Lebenslänglich" wäre anbetrachts der abnehmenden Popularität des Vertragsarztsystems als Adjektiv vielleicht ehrlicher gewesen... BSNR, die Betriebsstättennumer, wird hingegen der Praxis angeheftet. Künftig müssen alle Leistungen, die mit der GKV abgerechnet werden, LANR und BSNR tragen. Auf diese Weise erhalten KVen und Krankenkassen einen intimen Einblick in die Leistungsflüsse von MVZs und Gemeinschaftspraxen. Es wäre ja auch schade, wenn man die "ärztliche Berufsausübungsgemeinschaft" (GKV-Sprech) nicht abrechnungstechnisch auseinander dividieren könnte, um Einsparpotentiale auszuloten.

Einige KVen wollen dieser Regelung zwar nicht folgen - aber das Minsterium kann als Aufsichtsbehörde die Umsetzung verfügen. Tja, wie heißt es so schön bei den Borg: "Widerstand ist zwecklos. Assimilieren Sie sich!"
 
 

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Facharzt für Zweitmedizin.

Frank Antwerpes  vLine  11. Juni 2008 13:25   Dieser Blog wurde von einer Privatperson erstellt und enthält persönliche Meinungen oder Erfahrungen.

 
GKV-Ärzte wissen: Das gute alte Verordnen ist auch nicht mehr das ist, was es einmal war. Statt dessen kreist der Kugelschreiber irgendwo im Niemandsland zwischen Festbetrag, Zuzahlung, Rabattverträgen, Aut-Idem-Regelung und Arzneimittelregress.

Doch jetzt ist im Rationierungslabor des Gemeinsamen Bundesausschusses (GBA) ein neues Instrument entwickelt worden, um die Therapiefreiheit weiter zu beschränken: Die Zweitmeinung. Ziel ist es, den Bewegungsspielraum des behandelnden Arztes weiter einzuengen. So soll bei bestimmten Arzneimitteln in Zukunft ein "Arzt für besondere Arzneimitteltherapie" mitentscheiden. Frei nach dem Motto: Wenn schon Guantanamo, dann bitte auch mit Fussfesseln. Der Begriff "besondere Arzneimitteltherapie" scheint mir dabei besonders gut gelungen - auch bei der Stasi gab es den "IM für besondere Aufgaben".

Der Trend der Bondage-Experten im GBA geht also klar in Richtung Zweit-Arzt. Einer therapiert, der andere rationiert. Es dürfte nicht lange dauern, bis sich das in der Musterberufsordnung für Ärzte nieder schlägt. Dort wird man sicher bald vom "Facharzt für Zweitmedizin" lesen - mit 6wöchiger Weiterbildung in Rationierungstherapie und Einschränkungsheilkunde.



Es lebe die Therapiefreiheit.
 
 

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