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Vitamine und Krebsrisiko

UroDoc  vLine  19. Oktober 2011 09:46   Dieser Blog wurde von einer Privatperson erstellt und enthält persönliche Meinungen oder Erfahrungen.

 

Vor einiger Zeit habe ich an dieser Stelle einen kritschen Blogeintrag zum Thema Nahrungsergänzungspräparate veröffentlich, der teils kontroverse Reaktionen hervorgerufen hat.

 

Neue Studien haben nun gezeigt, dass die unkritische Einnahme von Vitaminen und Spurenelementen (z.B. Betacarotin, Vitamin C oder E, Selen), anders als oft postuliert, nicht nur die in sie gestellten Erwartungen nicht erfüllt hat, sondern sogar das Karzinomrisiko erhöhen kann. Entsprechende Hinweise gibt es für das Mamma- und Prostatakarzinom.

 

So gilt auch ein erniedrigter Vitamin-D-Spiegel als Riskofaktor. Eine genaue Analyse der vorliegenden Daten lässt jedoch noch keine abschließende Bewertung zu, da häufig weitere Co-Faktoren vorliegen.

 

Ich bleibe daher bei meiner Meinung, dass diese Präparate in aller Regel überflüssig sind. 

 

  

Literatur:

Adam O. Schützt Selen vor Krebs? Dtsch med Wochenschr 2011; 136: 1709-1709

 

J.E. Manson JE et al. Vitamin D and Prevention of Cancer – Ready for Prime Time? N. Engl. J. Med. 2011; 364: 1385-1387

 
 

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#2 Dirk-Rüdiger Noschinski    (Homepage)    22.10.2011 12:23

Sehr geehrter UroDoc, ich finde es sehr erstaunlich, dass positive Studien zur Wirkung von Mikronährstoffen in Deutschland nur selten wahrgenommen werden, einzelne Unteruchungen aber zum Teil heftigst in den Medien gepusht werden - so wie die aktuelle Diskussion. Verfolgt man das Ganze ein wenig, nachdem der Medienhype vorbei ist, dann relativiert sich das Thema dann häufig, so geschehen u.a. bei Podmode et al ("Vitamin C erzeugt Krebs") usw. Die Liste lässt sich beliebig fortsetzen. Ich habe es mir zur Richtlinie gemacht, solche Informationen aufgrund der Biochemie und Biologie zu beurteilen, und nicht aufgrund der Marktmacht derjenigen, die solche Publikationen in den Medien zu lancieren wissen. Möglicherweise bildet sich jetzt bei Ihnen ein Vorurteil, weil ich ja "nur Heilpraktiker" bin und "keine akademische Ausbildung" habe. Nichtsdestotrotz verfüge ich über solide Kenntnisse in Chemie und Biochemie und - das ist sicher genau so wichtig - über 17 Jahre Erfahrung mit Orthomolekularmedizin, u.a. als Vorstand eines Fachverbands. Mir ist es wichtig, die Stimme der Vernunft sprechen zu lassen, wenn die Medien mal wieder lautstark einen bestimmten Tenor erkennen lassen. Herzliche Grüße Dirk-Rüdiger Noschinski

#1 Thomas Georg Schätzler    19.10.2011 16:26

Vgl. auch: J Mursu et al. "Dietary Supplements and Mortality Rate in Older Women: The Iowa Women's Health Study" unter www.archinte.ama-assn.org/cgi/content/short/.../1625 vom 10. Oktober 2011 in Arch Intern Med. 2011;171(18):1625-1633 doi:10.1001/archinternmed.2011.445

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