jonas
24. Februar 2010 15:31
Eine Lumbalpunktion stand heute bei einer Patientin an. Mich fragte also die Ärztin, ob ich dies denn könne. Bisher habe ich dies einmal bei meiner letzten Famulatur gemacht, aber ich muss das wohl so überzeugend gesagt haben, dass die Ärztin dann sofort meinte, dass ich es jetzt auch machen sollte. Einerseits freute ich mich, dass mir so viel Vertrauen entgegengebracht wurde, aber sofort bekam ich auch etwas Sorge. Sofort überlegte ich zwischen welchen Wirbelkörpern man einstechen darf und was sonst noch alles zu beachten ist. Die Ärztin bereitete alles schon auf einem Wagen vor, mit dem wir dann laut quietschend ins Patientenzimmer gingen. Die Patientin selbst wurde in keinster Weise aufgeklärt noch wurden ihr gesagt, dass es nun weh tun wird und wie sie am besten mitarbeiten kann. Aufrichten konnte sie sich nicht, also musste die Punktion im Liegen durchgeführt werden, was ich so nicht kannte. Meiner Meinung nach lag sie auch ganz verdreht. Nachdem mir dann wohlwollend die sterilen Handschuhe in die Hände gedrückt wurden, meinte ich dann doch, dass es wohl doch besser sei, wenn ich nochmals zuschaue. Als die Ärztin dann nach dem Desinfizieren anfing mit der Nadel einzustechen, ist mir echt komisch geworden. Die Patientin wand sich immer wieder, so dass es unmöglich war, eine ordentliche Punktion durchzuführen. Das musste dann auch die Ärztin einsehen und ließ es dann auch bleiben.
Als nächstes sollte ich Blut abnehmen. Mir wurde eine Nadel mit Spritze in die Hand gedrückt und dazu noch ein Wattebausch, der etwas feucht vom Desinfektionsmittel war. Mir fehlte noch ein Stauschlauch, den es aber schon länger nicht mehr gibt. Auf Nachfragen wurde mir nur gesagt, dass ich eben einen Handschuh zum Abbinden benutzen solle. Leider ist es mir nicht geglückt in der Armbeuge Blut zu entnehmen. Also meinte die Ärztin, dass ich dann eben die Femoralisvene punktieren muss. Ich fande die Entscheidung etwas voreilig, aber ich hielt mich damit zurück. Da ich jedoch noch nie zuvor die Femoralis punktiert hatte, ließ ich mir auch das erstmal zeigen.
In den nächsten Tagen werde ich dann sicherlich selbst die meisten praktischen Tätigkeiten durchführen, wie mir die Ärztin am Ende noch zusicherte.
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#1 Melzer Sabine
28.02.2010 17:34