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Twitterverbot im OP?

Frank Antwerpes  vLine  02. Oktober 2009 15:52   Dieser Blog wurde von einer Privatperson erstellt und enthält persönliche Meinungen oder Erfahrungen.

 
Der Marburger Bund findet Twittern doof. Medienberichte, nach denen verschiedene US-Kliniken den Microblog-Dienst Twitter erproben, kommentiert der 2. Vorsitzende Andreas Botzlar mit teutonischer Strenge: "Das ständige Twittern am Rande einer OP würde die Konzentration des Teams nur unnötig stören und das Fehlerrisiko erhöhen". Aha. Der MB-Vize vermutet offensichtlich, dass Publicity-geile US-Ärzte mit der einen Hand das Smartphone halten ("Modische Macken") und mit der anderen das Skalpell führen. So abschätzig würde selbst Dr. House seine chiurgischen Kollegen nicht beurteilen.

Botzlar weiter: "Ich zweifle daran, dass die Angehörigen in Echtzeit über das Öffnen der Bauchdecke des Patienten informiert werden wollen“. Nun vielleicht nicht über das Öffnen der Bauchdecke - aber ich würde als Angehöriger schon mal ganz gerne etwas über den Zwischenstand einer 4stündigen OP erfahren. Herr Botzlar, bitte aufwachen: Wir schreiben das Jahr 2009. Auch die Generation SMS liegt mittlerweile auf dem OP-Tisch.
 
 

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#2 Frank Antwerpes    08.10.2009 11:02

Nun ja, wohin das BASTA von Schröder geführt, kann man ja am momentanen Zustand der SPD besichtigen. IMHO sollte man erst mal die Chancen einer Technologie abchecken, bevor man die Schilder mit den Denkverboten rausholt. Das hilft.

#1 HjSt    06.10.2009 16:14

Was soll denn dieser Schwachsinn - SMS-Generation hin oder her? Es gibt primäre und sekundäre Aufgaben im ärztlichen Handeln - gerade im OP, in dem ich mich seit über 25 Jahren bewege. Für wissendes Fachpersonal mag es ja noch angehen - aber der wie immer gut informierte Laie, der in aller Regel nur Bahnhof versteht, sich aber nur allzu gerne als "expert" outet, also diese species, die mir schon lange ein Dorn im Auge ist, hat mit seinen dusseligen Fragen während einer OP außen vor zu sein. Und - um es mit Gerhard Schröder zu formulieren - damit BASTA.

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