David Wilchfort
19. August 2008 09:19
DW: Ich glaube, ich habe Ihre Art zu streiten schon etwas verstanden, aber um es noch besser zu verstehen, könnte ein Konflikt aus den letzten Tagen oder Wochen hilfreich sein.
SIE: (lachend) Wollen Sie den letzten oder einen typischen?
DW: Hmm, ich vermute eigentlich immer, dass jedes Paar seine ganz einmalige und eindeutige Streitform hat und dass es egal ist, welchen Streit man sich ansieht. Das individuelle Streitmuster eines Paares kommt in allen ihren Konflikten zum Ausdruck.
ER (wirft schnell ein): Ich habe einen Streit, der mir wichtig ist, aber (zu Partnerin gerichtet) fang du ruhig an, wenn dir einer wichtiger wäre...
SIE: Nein, nein, fang du ruhig an...
DW: (Gedanke: So höflich, wie Sie sich gegenseitig den Vortritt lassen, bin ich gespannt, wie die beiden überhaupt streiten können...)
ER: Was ich jetzt erzähle, ist sicherlich aus dem Zusammenhang gerissen, deshalb muss man vorsichtig sein, wie man es beurteilt...
DW: (Gedanke: Hmm, das klingt immer noch sehr fair...)
ER: ... Es gibt aber eine Sache, die mich extrem getroffen hat. Die ich aber nur so schildern kann, wie ich sie empfunden habe. Wobei ich weder etwas dazudichte, noch etwas weglasse für mich...
ER: (Gedanke: Glaubt er wirklich, er kann eine Geschichte, die ihn "extrem getroffen hat", wie ein objektiver Beobachter erzählen?)
ER: ...Es gab ein Wochenende, an dem ich mir eine Grippe eingefangen hatte. Ich kam heim, fühlte mich übel und hab' mich in die Badewanne gesetzt. Ich habe am ganzen Körper gefroren. Ich habe es meiner Frau noch gesagt und bin gleich ins Bett geschlüpft. (schiebt eine Erklärung ein) Ich hatte immer schon ein bisschen das Gefühl und auch die Angst, ich finde bei Hanna, wenn es mir schlecht geht- ja, wie soll ich sagen - nicht die Resonanz, die ich erwarte. Ich glaube, das liegt ihr einfach nicht. Egal, ob meine Erwartung übertrieben ist oder nicht, ich habe auf jeden Fall dieses Gefühl...
DW: (Gedanke: War das jetzt eine Erklärung oder ein Vorwurf?)
ER: Das war also so, nachdem ich gleich nach dem Bad ins Bett gegangen bin, kam die Frage zwischen uns auf, wie machen wir es mit dem Essen. Wir haben dann entschieden, lass uns was beim Chinesen bestellen. Dann kam auch schon die erste Geschichte, die ich etwas komisch fand. Es ist eine Diskussion entstanden, wo wollen wir essen. Ich wollte im Bett essen, da ich aus dem Bett gar nicht mehr raus wollte. Sie wollte unten am Tisch essen. Sie hat sich dann etwas mühsam von mir überreden lassen, mit mir oben zu essen. Worüber ich mich schon etwas geärgert hatte, weil ich es eigentlich nicht verstanden hatte. ...
Wilchfort: (Gedanke: Warum meinen Menschen immer, wenn der Partner sich überwindet, etwas für einen zu tun, es sei weniger wert, als wenn er es mit Begeisterung tut?)
ER: ... Mir ging es ja schließlich schlecht, ich war krank, na ja... Irgendwann bin ich dann eingeschlafen und ich habe die ganze Nacht geschwitzt. Am nächsten Abend waren wir auf ein Betriebsfest meiner Frau eingeladen. Ich weiß noch, wie mies ich mich gefühlt habe beim Aufwachen. Es kam dazu, dass ich an dem Tag, es war ein Samstag, außerdem noch gezwungen war, mich kurz mit einem wichtigen Kunden zu treffen. Das hat mir zwar gestunken, aber ich konnte den Termin nicht absagen. Auf jeden Fall bin ich am Morgen aufgewacht und habe zu meiner Frau gesagt: Ich werde heute sicher nicht auf das Fest gehen können, weil ich mich einfach furchtbar schlecht fühle und daraus entstand ein ziemlicher Krach und Streit. Der führte dazu, sie wegfuhr, ich mich zu dem Kunden geschleppt habe, dort mich kaum auf den Füßen halten konnte und nur froh war, als ich wieder im Bett war. Was mich an der Sache furchtbar getroffen hat, war - ich muss sagen, als ich zu Hause Fieber gemessen hatte, war es 38.5, also war ich wirklich krank - und was mich unheimlich getroffen hat: Sie ist zu Ihrer Mutter nach Garmisch gefahren, hat dort den Sohn abgegeben. Und ging dann am Abend zur Party im Nachbarort, fuhr am gleichen Abend zurück zur Mutter und blieb dort über Nacht. Sie kam also erst nach dem Wochenende zurück. Ich war zutiefst getroffen davon - das ist also noch nicht aufgearbeitet für mich - ich war zutiefst getroffen davon, dass - egal, warum wir jetzt gestritten haben - sie nicht einmal angerufen hat: Hey, wie geht's dir? Brauchst du irgendetwas? Ich hätte wahrscheinlich gesagt: Nee, nee, geh du ruhig auf deine Party, irgendwie krieg' ich das schon hin. Ich war zwar nicht reif für die Intensivstation, aber es ging mir ziemlich schlecht.
DW (zur Partnerin): Nun könnte man sagen "eine eindeutige Situation", aber vielleicht gibt es da noch eine andere Sichtweise...
(gleichzeitig stellte ich die innere These auf: Sicherlich war sie sauer, dass Helmut gesund genug war, um zur Arbeit zu gehen, aber nicht zu ihrem Betriebsfest. Vielleicht hing viel für sie davon ab, dass sie als Paar dort erschienen. Sie hat es geärgert, dass er für seinen Job alles tut, aber sie nicht in ihrem unterstützt.)
SIE: Aus meiner Sicht stellt sich das natürlich anders dar. Es war so, dass wir beide krank waren. Ich fühlte mich schon die ganze Woche recht grippig. Ich muss den halben Tag arbeiten und wenn ich den Sohn von der Tagesmutter abhole, dann noch bis spät voll für ihn da sein. Ich war auch ziemlich fertig. Ich weiß noch, als Helmut nach Hause kam, ging er mit Marc, unserem Kleinen, in die Badewanne. Ich hab' die beiden also in die Badewanne gesteckt. Dann habe ich das Essen bestellt. Ich habe, glaube ich, gar nichts gegessen, oder vielleicht überlegt, unten zu essen, aber habe dann doch oben mitgegessen. Helmut blieb im Bett liegen und hat mit seinem Gameboy gespielt, während ich Marc ins Bett brachte. Dann habe ich Helmut vor dem Schlafengehen noch so Vitamintabletten geholt...
ER: (unterbricht) Ja, das ist richtig, Du hast mir tatsächlich so einen Trank gebracht.
DW: (denke: Ist er bereits fähig seine innere „Geschichtsaufzeichnung" zu ändern?)
SIE:. ... Ich habe dann in der Früh an seinem Schweigen gemerkt: Jetzt ist schon wieder was. Er ist dann aufgestanden - ich hatte ja auch einen Schnupfen -, er hat sich ein Vitamin-C-Getränk geholt und mit mir nicht gesprochen. Dann habe ich ihn gefragt: Was ist denn los? Daraufhin er, sinngemäß, ich würde mich nicht ausreichend um ihn kümmern etc. Das hat sich dann noch gesteigert, indem er mir auf meinem Weg zur Mutter noch eine böse SMS geschickt hat, ich würde mich nicht um ihn kümmern usw. Auf jeden Fall, ich habe seine Erkältung nicht so dramatisch gesehen, aus guten Gründen. Immerhin konnte er noch genüsslich mit dem Kleinen baden, Gameboy spielen und so. Ich habe vermisst, dass sich jemand um mich kümmert.
Meine Gedanken danach: Warum erzählt man einen Streit so selektiv? Helmuts Ziel war, in seiner Erzählung "nichts wegzulassen oder dazuzudichten". Warum ist Helmuts Ziel eine Utopie? Warum kommen wir, wenn uns jemand einen Beziehungsstreit erzählt, immer zu der Überzeugung, sie/er muss wirklich einen schlimmen Partner haben?
Ich gehe davon aus, dass die meisten Menschen, die in einer Partnerbeziehung leben, nicht unfair zu ihrem Partner sein möchten. Wir können davon ausgehen, dass Hanna und Helmut sich wünschen, in den Augen des Partners als fürsorglich und liebevoll zu erscheinen. Beide wollen Partner sein, die unterstützen. Es ist ihnen nicht nur für den Partner wichtig, sondern auch für ihr eigenes Selbstverständnis. Es würde Beiden große Schwierigkeiten bereiten, wenn sie sich selbst als achtlosen und leichtfertigen Beziehungspartner ansehen müssten. Sich in einem solch negativen Licht zu sehen, würde ihren Ansprüchen an sich selbst zuwiderlaufen. Es ist also nicht so, dass sie eigentlich (das Wort ist hier sehr bewusst gewählt) wissen, dass sie ihren Partner im Stich gelassen haben und dass sie nun strategisch Fakten ins Spiel bringen, um sich rein zu waschen. Ich denke, beide wirken in ihrem jeweiligen Bericht so unschuldig, weil sie sich tatsächlich so unschuldig fühlen und es in gewisser Weise auch sind. Keiner der beiden folgt der Strategie, wichtige Details wegzulassen. Helmut fand Hannas Erkältung für die Streitsituation tatsächlich irrelevant. Er hat sie nicht unterschlagen, um in einem besseren Licht dazustehen. In seinem Kopf hatte sein Gefühl, alleine gelassen zu werden, nichts mit Hannas Schnupfen zu tun. Es hatte schon gar nichts damit zu tun, dass Hanna sich von ihm im Stich gelassen fühlte.
In den typischen nutzlosen Beziehungsstreitigkeiten werfen sich Paare gegenseitig Argumente an den Kopf, die auf unterschiedlichen Perspektiven gegründet sind. Da beide die strittige Situation miterlebt haben, gehen sie davon aus, dass der jeweils andere den gleichen Informationsstand in Bezug auf die Fakten haben müsste.
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Frank Antwerpes
18. August 2008 15:57
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David Wilchfort
14. August 2008 13:48
„Ich habe gemerkt wir haben so wahnsinnig wenig Zeit füreinander, und ich frage mich: Wie viel Zeit braucht eine Partnerbeziehung?" Mit diesen Worten eröffnet Helga eine meiner Paargruppensitzung letzte Woche. Die anderen teilnehmenden Paare, die schon einige Wochen miteinander ihrer Beziehung diesen besondern Auffrischungsservice angedeihen ließen, griffen die Frage sehr bereitwillig auf.
Da waren Bärbel und Friedrich, die eine einfache Rechnung aufstellten. Jeder braucht seine Individualzeit und da sind 24 Stunden am Tag zwischen Beruf, Hobby und Entspannung viel zu knapp bemessen. Das kann nur bedeuten, dass die Beziehung mit Zeiten aus anderen Bereichen subventioniert werden muss. Friedrich berichtete über seine Entdeckung: Nachdem er seine Ambition aufgegeben hatte, im Golfklub zu den Cracks zu gehören und nicht jede freie Minute mit den anderen ambitionierten Golfern kleinen weißen Bällen nachgeschaut hat, sondern sich öfters nach Bärbel umgesehen hatte, entdeckten die beiden immer mehr Genuss in der gemeinsam verbrachten Zeit.
„Das klingt ja gerade so, als seid ihr jetzt Siamesische Zwillinge geworden!" warf Helgas Mann Boris ein. „Nein, Friedrich spielt immer noch Golf, zwar nicht so oft wie früher, aber wenn ich weiß, dass er am Samstag den ganzen Nachmittag nicht da ist, dann versuche ich meine Sonntagsverabredung auch auf den Samstag zu legen, damit wir am Sonntag die Wanderung machen können, die uns beiden Spaß macht."
Da platzt es plötzlich aus Elisabeth heraus: „ Ich habe ja so eine Wut! Daniel, Du wolltest doch etwas ansprechen!" Der so konfrontierte Ehemann wich erschrocken zurück: „ Ja, stimmt, aber ich fand das Zeitthema für uns auch wichtig." Elisabeth: „ Ihr müsst wissen, wir hatten letzte Woche einen schlimmen Streit." Es ging wieder um den Dauerbrenner zwischen Elisabeth und Daniel. Sie wisse immer noch nicht, will er den Bund der Ehe mit ihr schließen oder muss sie damit rechnen, dass sie ihre Zukunft ohne ihn planen muss.
Aber Daniel ging vorerst nicht auf den Streit ein, sondern rückte mit einer ganz anderen Story heraus, die Elisabeth so nicht erwartet hatte. Er habe in den letzten Wochen für sich überlegt, dass er den Zeithaushalt der Beziehung etwas ändern möchte. Als passionierter Hobbyklavierspieler und Frühaufsteher nutzte er die Wochenendvormittage, um sich mit Kopfhörer hinter sein Keyboard zurückzuziehen. Seit ein paar Wochen habe er bewusst etwas daran geändert. Er zieht sich nicht mehr in sein inneres Separee zurück, sondern überrasche Elisabeth mit frischen Semmeln für ein gemeinsames Frühstück. Der Verzicht auf den Musengenuss des vor sich hin Improvisierens hat anfangs viel Überwindung gekostet. Mit der Zeit konnte der Frühstücksgenuss mit Elisabeth den Klaviermusen den Rang ablaufen. Als die Gruppe und ich feststellten, dass sei doch eine sehr positive Entwicklung, brach es noch heftiger aus Elisabeth hervor: „ Das ist ja ganz schön, dieses Frühstücken, er macht es auch sehr nett, aber das Thema Heiraten steht immer noch zwischen uns. Da müsste sich Daniel ja festlegen, und das will er nicht. Aber ich finde hier ist er mir doch eine deutliche Antwort schuldig. Oder?"
Das schien eine klare Frage, die nach einer eindeutigen Antwort verlangte. Mir kam aber eine andere Frage in den Sinn: Wodurch werden die Chancen auf eine Beziehungssicherheit mehr erhöht: durch eine Unterschrift, abgegeben auf einem Amt - eine Verpflichtung, die durch eine andere öffentliche Instanz auch wieder aufgehoben werden kann, oder die gelebte Erfahrung, dass Zeit mit dem Partner ein Zugewinn für einen selbst sein kann? Deshalb sagte ich zu Elisabeth: „Aber er legt sich ja fest - in seinem Verhalten."
Um den Status eines Piloten zu behalten muss man jährlich eine bestimme Anzahl von Flugstunden nachweisen. Um den Ehestand zu behalten, reicht eine einmalige Unterschrift. Gebe es weniger Eheabstürze in unserer Gesellschaft, wenn Paare sich nach selbstzertifizierter Ehefähigkeit dazu verpflichtet fühlten, diese Fähigkeit immer wieder aufzufrischen?
Der Schlusssatz vieler Märchen „... und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute glücklich weiter.", vermittelt den Eindruck, wenn man beim Altar angekommen ist, der schwere Teil der Beziehung erledigt ist. Danach kann man sich auf den Lorbeeren ausruhen. Es ist ein Märchen, der schwierigste und wichtigste Teil der Ehe bestünde darin, den optimalen Partner im großen Heiratsmarkt herauszufischen. Denn mit dem Standesamt fängt das Zusammenraufen erst an. Der Bund fürs Leben ist ein lebenslanger Entwicklungsprozess, der mit der Beziehungsgründung anfängt und nicht abgeschlossen ist.
Der Eintrag im Standesregister darf nicht mit einem Grundbucheintrag verwechselt werden. Das Standesamt kann nur bezeugen: Diese zwei wollen versuchen eine tragfähige Beziehung auszubauen. Eine gelebte Beziehung braucht die ständige Pflege beider Partner, um die Fähigkeit zu entwickeln den Böen und Stürmen des realen Ehelebens standzuhalten. Der Flugschein muss immer wieder neu erworben werden. Hierfür bedarf es Beziehungszeit. Deshalb lautete meine Antwort auf die Frage, wie viel Zeit man miteinander verbringen soll: Für eine überlebensfähige Partnerschaft muss man ausreichend Zeit reservieren, damit die Beziehung so lebendig gehalten werden kann, dass sie nicht nur eine lästige Pflicht ist, sondern eine Quelle der Stärke für beide Partner.
An dieser Stelle bringt Boris einen Einwand: „Der Beruf verlangt so viel von mir, an manchen Tagen 12 Stunden hintereinander, dass ich es nicht schaffe, noch Zeit für die Beziehung zu haben." Nach einem kurzen Nachdenken, ergänzte er ganz leise: " Und vielleicht auch gar nicht will."
Viele Menschen leben heute einen Berufsalltag, der den größten Teil der 24 Stunden eines Tages abverlangt. Das Arbeitspensum lässt kaum noch ein Leben neben sich bestehen. In den kurzen Momenten, die nicht mit Verantwortung gefüllt sind, möchte man alle viere von sich strecken können, um Kraft für den nächsten Arbeitskampftag zu tanken. Beziehungsarbeit erscheint diesen Menschen eine Zumutung, die der Partner ungerechtfertigter Weise an sie stellt. Hier entsteht leicht ein Teufelskreis. Je mehr man die Beziehungspflege als ungerechtfertigte Überstunden zurückweist, desto mehr wird die Beziehung zur Last. Dieser Energieabfluss lehrt die kleinen Energiereserven, die das hohe Arbeitspensum noch übrig gelassen hat. Jeder, der eine halbe Nacht mit seinem Partner ineffektiv gestritten hat, obwohl am nächsten Tag ein wichtiges Meeting angesagt war, weiß wovon ich spreche. Andererseits: Wenn man bereit ist, in die Beziehung zu investieren, zu der man einmal „Ja" gesagt hat, dann stehen die Chancen gut, dass man daraus Kräfte schöpfen kann. Diese Kraft ermöglicht mit mehr Selbstsicherheit im Arbeitsalltag auftreten zu können.
Die Frage ist dann nicht mehr, wie viel Zeit braucht eine Beziehung, als wäre die Beziehung ein gefräßiger Energieverschwender, sondern wie viel Zeit kann ich in meine Beziehung einbringen, um das zu genießen, weswegen ich ursprünglich vor der Welt und meinem Partner das Ja-Wort gegeben habe.
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Frank Antwerpes
13. August 2008 17:47

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Jürgen Rabe
12. August 2008 19:57
Gott sei Dank bin ich am Dienstagmittag auf der Neurochirurgischen Station gelandet. Der Chef erklärt mir die MRT Bilder und wir schließen einen KOmoromiß, am Freitag werde ich operiert. Ich möchte am liebsten ihn um den Hals fallen, mit der Aussicht auf 2 Tage weniger Schmerzen.
Am MIttwochfrüh als die Schwester den Nachbarn spritzt, Mono-Embolex sc einen älteren Herrn der noch am gleichen Morgen entlassen wird, ich soll keine Spritze bekommen, weil der Stationsarzt es noch nicht angeordnet hat. Im gleichen Moment fällt mir ein , auf der Neurologie wudre die Thromboseprophylaxe immer nachmittags gespritzt, also fehlte mir die Injektion vom Vortag, da ich so immobil bin und vorwiegend liege, denke ich schon ist meine Spritze ien medizinische Notwendigkeit.
Also stelle ich die SChwester vor die Alternative entweder die Spritze ohne ärztliche Anordnung( warum fragt sich nicht den Arzt?) oder meine Frau bringt mir das MonoEmbolex zur Selbstinjektion mit.
Sie gibt schließlich nach und spritzt es mir.Auf dem Flur fahre ich an dem aufgehängten ISO Zertifikat vorbei, sollten nicht FEhler vermieden werden und Vorgänge in der Klinik vereinheitlicht und standartisiert werden.
Endlich am Freitag operiert, der Schmerz ist deutlich weniger, ein anderes Leben beginnt. Mobilisation okay.
So vergehen die Tage ich dränge am 5 postoperativen Tag auf die Entlassung bin dem Chef unendlich dankbar für seine OP. Doch mit der Medikation geht wieder so einiges durcheinander , statt der 2 Pantozol 20 merke ich bekomme ich nur 1Pantozol trotz oralem Fortecortin 12 mg.wegen postoperativen Neuralgien, die schon wieder etwas belastend sind Mein Medikamentenschublade kann dies kompensieren.
Eine Reha wird von der Stationärztin beantragt , am Entlassungstag telefoniere ich mit einer schnippig herablassenden Sachbearbeiterin der GOTHAER Privatkrankenversicherung, die mir miteilt meine noch bestehenden Paresen seien Befindlichkeitstöruungen. Ich danke für die Belehrung und bitte mir dies auch schrfitlich mitzuteilen. "Darauf können Sie sich verlassen" kommt patzig zurück.
Verdutzt muß ich mich setzen und frage mich , wie ist das denn bei deinen Patienten, da kommt doch jeder bei solch einer OP zur Reha, aha zahlt ja auch nicht die Kasse, sondern der Rentenversicherungsvertreter.Doch nicht so schlecht bei einer Gesundheitskasse zu sein, jedenfalls besser als so eine miserabele Privatkasse (Ärztetarif für fast 700€ /Monat)
Ich verabschiede ich von dem Chef, der Station , den Schwestern, wobei mir eine Schwester den vorläufigen Arztbrief in die Hand drückt, Mmh , die falsche Anamnese wurde von der Neurolog. Ärztin uebernommen.
Medikation Metronidazol 2x1 lese ich, und zu der Schwester gewandt frage ich habe ich denn noch ein Antibiotikum genommen?. Ach das ist doch das Schmerzmittel Metamizol sagt sie,das Novalgin.
HInkend und weitestgehend schmerzfrei gehe ich zum Hauptausgang und es fällt mir das Lied ein
I`m alive
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