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Ein echter Notfall

Barbara Buschow  vLine  31. August 2007 11:09   Dieser Blog wurde von einer Privatperson erstellt und enthält persönliche Meinungen oder Erfahrungen.

 
Hiermit bekenne ich mich schuldig!
Zu meinem allergrößten Bedauern habe ich heute morgen um zehn nach sechs, nach zweiundzwanzig Stunden Dienst, einer unruhigen Nacht und ca. zwei Stunden Schlaf einem echten Notfall nicht die ihm gebührende Aufmerksamkeit zukommen lassen.
Mein ansonsten tadellos funktionierendes Helfersyndrom und meine Eloquenz muss ich wohl zu so früher Stunde im Notdienstbett vergessen haben, anders ist es nicht zu erklären, warum ich diesen dringenden Notfall (Nasenspray Ratiopharm, und „..wissen Sie, ich habe einen dicken Hals – keine Schmerzen oder Entzündung – einfach nur dick“) nicht sofort an den zuständigen Notarzt verwiesen habe, sondern mich auf eine fruchtlose, Diskussion bezüglich der Definition des Wortes Notfall einließ.
Am Ende hatte auch ich einen dicken Hals und die junge Dame verließ mich mit der Drohung einen gepfefferten Leserbrief zu schreiben. Gott sei Dank hat sie die Medikamente mitgenommen, sonst droht jetzt noch eine Klage wegen unterlassener Hilfeleistung.
Wahrscheinlich handelt es sich um dieselbe Person, deren Leserbrief heute früh in der WAZ abgedruckt war und in dem sie verlangt, dass in unserem Nachbarort doch wenigstens eine der drei ansässigen Apotheken das Wochenende über geöffnet haben sollte, damit sie nicht so weit fahren muss, wenn sie mal ein Paracetamol braucht...

Ich glaube, ich werde mich umschulen lassen. Verbraucherschützer klingt nett, da kann ich mein Helfersyndrom schließlich ebenso gut ausleben:
- 24 Stunden Notdienst für alle öffentlichen Apotheken
- Sofortiges Absenken der Preise auf Versandapothekenniveau
- Verpflichtung zu 100%iger Lieferfähigkeit
- Kostenlose Weiterleitung aller Chronikerrezepte an die Europa Apotheek in Venlo
- Etc., etc.
Die Liste meiner pressewirksamen Forderungen wird immer länger und das Bundesverdienstkreuz für besondere Leistungen im Dienste der kranken Bevölkerung ist mir schon so gut wie sicher. Das hat meines Wissens ein Apotheker noch nie geschafft, auch wenn er wie auf dem Lande noch z.T. üblich den Notdienst an sieben Tagen in der Woche versehen darf..
 
 

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Anpassung und Angst

Ulrich Pietrek  vLine  29. August 2007 15:19   Dieser Blog wurde von einer Privatperson erstellt und enthält persönliche Meinungen oder Erfahrungen.

 

"Wo liegt eigentlich das Problem?" so frage ich mich seit über 10 Jahren. Politiker brauchen Ärzte zur Umsetzung ihrer Reformen (übrigens auch Apotheker). Ohne sie ist jeder Gesundheits-Politiker arbeitslos.

Ärzte (und übrigens auch Apotheker) können hingegen problemlos ohne jeden Gesundheitspolitiker überleben.

WO ALSO BITTE LIEGT DANN DAS PROBLEM?

Weshalb läßt sich eine "hochgebildete" Freiberufler-Truppe seit Jahren von einer Kaste von Machtbeflissenen gängeln ohne sich auch nur ansatzweise effektiv zur Wehr zu setzen...?

Die Antwort ist mir in einer lauen Sommernacht eingegeben worden:

Sie waren immer die Angepasstesten. Schon in der Schule - zur Erlangung eines "anständigen" Abiturs - fielen sie durch Unauffälligkeit und Sachverstand, durch Präsentation des angefragten Wissens auf. Sie brillierten durch Nachahmen des Vorgeäfften und Wiederholen des Vorgestellten, indem sie perfekt memorierten, was der Stoffmarkt so herzugeben hatte. Sie zeigten Ausdauer und Sitzfleisch, Einsicht und Umsicht, vergaßen keine Hausausgabe und führten ihre Hefte nach dem Willen der Klassenfürsten. Sie erwiesen sich als aufmerksam und im Verhalten "optimiert" (bei tollen Betragensnoten), so dass nur das Beste aus ihnen werden konnte...

...eben das, was die heutige Ärzteschaft repräsentiert...(und übrigens auch die Pharmazeutenschaft)

Und jetzt höre ich sie schon johlen..."nein, stimmt nicht...wir waren immer Individualisten, Eigenbrötler und Gegen-den-Strom-Schwimmer, Meinungsmacher und risikofreudige Widerständler!"

"Ok, ok, ok...natürlich...und ihr seid es bis zum heutigen Tag geblieben!" Angstfrei und mutig...ohne Rücksicht auf Verluste...der sozialen Aufgabe verbunden...berufen (gelegentlich schon vom Papa) für die Gemeinschaft...die schwachen Patienten und für eine bessere Welt zu kämpfen:

"Eigentlich sind wir immer Revolutionäre gewesen!"

Welch eine sommernächtliche Eingebung...! 

 
 

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Ich mach mir die Welt...

Barbara Buschow  vLine  28. August 2007 23:04   Dieser Blog wurde von einer Privatperson erstellt und enthält persönliche Meinungen oder Erfahrungen.

 
widde widde wie sie mir gefällt....
Dieses allseits bekannte Kinderlied ging mir schon vor ein paar Tagen unwillkürlich durch den Kopf, als ich diesen sicherlich „nett“ gemeinten Brief der Firma Decxel erhielt, in dem man mich über die üblen Folgen ( Retaxation ) einer Nichtbeachtung der Rabattverträge aufklärte. Konkret hieß es da, auch bei einer durch die Aut-idem-Regelung ausgeschlossenen Substitution müsse ich das Rabattvertragsmedikament der Fa. Dexcel abgeben, sonst – s.o.
Fast zeitgleich klärte mich die Firma Hexal darüber auf, dass ich nur Präparate austauschen dürfe, die auf besagter Liste des GBA stünden.
Fein, dachte ich, haben die also auch schon mitbekommen, dass es jede Menge Lücken im System gibt, aber Gott sei Dank hat ja unser Apothekerverband immer wieder gebetsmühlenartig betont :Austausch nur wenn Aut-idem erlaubt!
Heute musste ich zu meinem Entsetzen in der online-Vorabausgabe der PZ lesen, dass die Fa. Dexcel eine gerichtliche Verfügung gegen Hexal erwirkte bezüglich eben dieser Substitutionshinweise, und unser Verband geschwind salomonisch verkündete, die Apotheker hielten sich nur an das „was die Software darstelle“!!!
Wenn also demnächst meine Software darstellt „heute nur blaue Packungen, oder die Sonne ist grün“ –

..übrigens hier ein neuer Witz der Woche:
Warum sind die meisten Firmen nicht in der Lage McP zu liefern? – Weil die meisten Apothekenmitarbeiter ständig das K... kriegen.
Warum wird Omeprazol auch schon knapp? – Weil wir alle Magengeschwüre entwickeln!
 
 

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Hätte ich das bloß nicht GEZagt.

Frank Antwerpes  vLine  28. August 2007 14:05   Dieser Blog wurde von einer Privatperson erstellt und enthält persönliche Meinungen oder Erfahrungen.

 
Die GEZ - jeder kennt sie, keiner mag sie. Was macht eine öffentlich-rechtliche Gemeinschaftseinrichtung mit fast 1.000 Mitarbeitern, wenn sie keiner liebt? Imageanzeigen? Nein - sie beauftragt einen Rechtsanwalt. In einem kongenialen juristischen Schachzug gegen die Internetplattform akademie.de haben die öffentlich-rechtlichen Gebührenverwalter jetzt versucht, zumindest die semantische Anerkennung für ihre Inkassotätigkeit zu gewinnen. So soll es in Zukunft - bei einer Strafandrohung von 5.100 Euro nicht mehr erlaubt sein, von "GEZ-Gebühr" zu sprechen. Da gewinnt der Slogan "Heute schon GEZahlt?" plötzlich eine faustische Doppelbedeutung. Statt dessen muss in Zukunft - sollte nicht ein barmherziger Richter den Gebührenwächtern in die Parade fahren - korrekt der Begriff "gesetzliche Rundfunkgebühren" verwendet werden. Pikanterweise nutzt dabei sogar die GEZ selbst "GEZ-Gebühren" als Adword bei Google.

Auch der "GEZ-Gebührenfahnder" muss in Zukunft an der Haustür höflich als "Beauftragtendienst der öffentlich rechtlichen Rundfunkanstalten" oder "Rundfunkgebührenbeauftragter" angesprochen werden. Wenn Sie also in Ihrem Büro oder Ihrer Praxis Besuch von der GEZ bekommen: Mit einem frischen: "Jawohl, Herr Rundfunkgebührenbeauftragter" - ggf. ergänzt durch ein leichtes Hackenschlagen - sind sie auf der sicheren Seite. Bezeichnen Sie den Mann auf keinen Fall als "Fahnder" und sprechen sie in seiner Gegenwart auch nicht von "GEZ-Zwangsanmeldung". Dieser Begriff darf nicht mehr verwendet werden, da nach Ansicht der GEZ der "Begriff nicht existent (ist), da bei einer gesetzlichen Gebührenpflicht keine Zwangsanmeldung möglich ist".

Korrekte Begrüßung eines ankommenden Rundfunkgebührenbeauftragten

Seit Orwell wissen wir, dass wer die Sprache manipuliert, in Wirklichkeit das Denken kontrollieren möchte. Allen Freunden des Neusprech sei deshalb die vollständige Begriffsliste auf der Akademie.de Website wärmstens zur Lektüre empfohlen.

 
 

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2007 - Odyssee im Gesundheitswesen

Barbara Buschow  vLine  25. August 2007 23:04   Dieser Blog wurde von einer Privatperson erstellt und enthält persönliche Meinungen oder Erfahrungen.

 
"Sie lesen einen Privat-Blog" :

Männer sind ja gerade in Bezug auf Krankheiten manchmal seltsame Wesen, und so teilte meiner mir erst nach seinem Besuch beim Hausarzt Anfang Juni mit, dass er schon seit mehreren Wochen ständig Schmerzen an wechselnden Stellen (Schulter, Füße, Knie, Hände) hatte. Ein „großer „Chek-Up“ brachte keine Ergebnisse, außer schlechter Leberwerte, einer Überweisung zum Orthopäden und einer Verordnung über 20 Diclofenac 50 mg .
Da ein Facharzttermin zu Qartalsende fast aussichtslos und die Beschwerden noch erträglich, war zunächst Diclofenac essen und Urlaub angesagt. Leider brachte weder das eine noch das andere eine Besserung, deshalb doch ein Termin beim Orthopäden. Der Orthopäde macht eine Röntgenaufnahme und verkündet: „Alles klar, Verspannungen im Schulterbereich - extrakorporale Schockwellentherapie (30 Euro pro Sitzung) und die Sache ist erledigt“...
Zur Schilderung seiner mittlerweile massiven Kniebeschwerden ist mein Mann gar nicht mehr gekommen, da war der Arzt schon beim nächsten Patienten.
Mein Mann ist jetzt nur noch unter Schmerzen fähig sich anzuziehen, kann nur mühsam die Treppe hochgehen und schlurft herum wie ein 75 jähriger.
Ich beschließe, dass er dringend in ärztliche Behandlung gehört (eigentlich ja wohl zu spät!) und zwinge ihn zum Hausarzt zu gehen – er ruft von der Arbeit aus an und erzählt, dass die Praxis die nächsten drei Wochen geschlossen sei. Ich rufe bei einer rheumatologischen Praxis wegen eines Termins an – Anfang Januar wäre es möglich, daraufhin schildere ich unsere Situation und bekomme eine Terminzusage nach den Herbstferien. Mein Mann ist mittlerweile in einem Meer von Schmerzen versunken und schleppt sich nur noch durch den Tag, sein Knie ist heiß und dick, er hat seit Tagen nicht mehr richtig geschlafen.
Ich weiß mir keinen Rat mehr und bitte einen sehr guten Freund, niedergelassener Kinderarzt und Allgemeinmediziner ohne Kassenzulassung, ihn privat zu untersuchen. Er ist absolut entsetzt über die Laborwerte meines Mannes, schreibt ihn arbeitsunfähig und schafft es Gott sei Dank ihm einem Termin in einer Rheumaklinik in der Nähe zu besorgen. Dort ist er seit gestern stationär aufgenommen, ich habe ihn heute besucht und einen neuen Menschen vorgefunden – er ist zum ersten Mal seit Monaten relativ schmerzfrei...
Der Oberarzt, der ihn in der Ambulanz untersuchte, hat mir dann auch gesagt, was wir falsch gemacht haben : Wir haben nicht genug gejammert, Druck gemacht, waren zu höflich...ausserdem wären wir hier ja nicht in Lambarene, sondern in Deutschland..

Ich frage mich nur , wie es Opa Hinkefuß wohl ergangen wäre, ohne guten Freund und genug Geld die nötigen Laboruntersuchungen zu bezahlen und sehe jetzt schon erheblichen Diskussionsberdarf der Krankenkasse bezüglich Kostenübernahme und Rechtmäßigkeit der AU des Kinderarztes auf uns zu kommen.- ist mir aber momentan ziemlich egal, Hauptsache meinem Mann geht es wieder besser.
„Sie lasen einen Privat-Blog“
 
 

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