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Angst über Alicante

Frank Antwerpes  vLine  27. Juli 2009 12:46   Dieser Blog wurde von einer Privatperson erstellt und enthält persönliche Meinungen oder Erfahrungen.

 
Überall im Gesundheitswesen lauert die Verschwendung. Verschwendung durch unnötig verordnete Arzneimittel, Verschwendung durch ärztliche Fehlbehandlungen, Verschwendung durch überhöhte Managergehälter bei den Krankenkassen usw. Klar - bei diesem Druck musste die Verschwendung irgendwann auch mal im Gesundheitsministerium ankommen.

Und tatsächlich: Ausgerechnet im trägen Hitzezentrum des Sommerlochs überrascht uns die Chefin des Hauses, Ulla Schmidt, mit Nachrichten über die feinfühlige Nutzung ihres persönlichen Fuhrparks. Obwohl ich kein Freund von Eigentumsdelikten bin, möchte ich an dieser Stelle den spanischen Autoknackern meinen ausdrücklichen Dank entbieten. Ohne sie wäre der Juli aus publizistischer Sicht trostlos geworden.

Halten wir mal kurz nach: Die S-Klasse verbraucht im Durchschnitt 11,7 l - laut unverbindlicher Herstellerangabe. Bei einer Fahrstrecke von rund 2.400 km (x2) ergibt das einen Verbrauch von 561,1 Litern Super. Bei einem Literpreis von 1,30 Euro sind das gerade mal 730 Euro, wenn wir die Abschreibungs- und Abnutzungskosten außer Acht lassen. Keine Summe, welche die Bruttoneuverschuldung Deutschlands nachhaltig erhöht. Wozu also die künstliche Aufregung?

Bleibt allerdings die Frage, mit welchen Lohn- und Unterbringungskosten Ullas Chauffeur in dieser Zeit aufschlägt. Oder macht der zufällig auch gerade in Alicante Urlaub? Es wirft ein seltsames Licht auf den klassenkämpferischen Zustand der deutschen Sozialdemokratie, wenn deren Spitzenpersonal ihre Fahrer für zwei kleinere Transporteinsätze á 8,3 km satte 2 Wochen lang in einem kleinen Hotelzimmer mit offensichtlich schlecht schließenden Türen schmoren lässt. Spitzfindige Charaktere würden hier sicher einwerfen, das alles sei kein Problem, der Mann könnte sich in dieser Zeit ja auch blendend erholen. Außerdem würde sein Gehalt ohnehin bezahlt.

Diese Art von Sophismus war wohl selbst Ullas Parteifreund Hubertus Heil zu Heikel. Statt dessen überrascht uns der Generalseketär nun mit der Vermutung, Sicherheitsaspekte hätten den Ausschlag für die Dienstwagennutzung gegeben. Das ist endlich mal eine plausible Erklärung: Wahrscheinlich hatte die Ministerin Angst vor aufgebrachten Kassenärzten, die ihr irgendwo in der spanischen Macchia auflauern. Hasta la vista, Señora Schmidt!



Berlin - Alicante: 2.400 km - wer sein Auto liebt, der fliegt.
 
 

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#4 dottore    30.07.2009 18:59

Meine "Lieblingszeitung" Auto-Bild vor paar Jahren nannte genaue kosten für ein Ding wie S- Klasse . Soll mindestens 2400 Euro Unterhaltskosten pro Monat schlucken. Da wurde eigentlich normale Otto-Gutverdiener Auto gedacht also ohne Panzerungszuschlag - Preis verdoppelt sich , also auch Wertverlust usw. Übrigens Spritkosten scheinen irgendwie auf Smart niveau zu sein?- 7,68 l Super auf 100 km ? und das alles bei 3 Tonnen Gewicht

#3 Frank Antwerpes    29.07.2009 10:46

Kleiner Nachtrag: Im Blog ist noch von "Autoknackern" die Rede. Jetzt, wo der Wagen wieder aufgetaucht ist, wäre "Autoentleiher" natürlich das bessere Wording. Wahrscheinlich war der Wagen im Unterhalt zu teuer...

#2 HaidanEI    28.07.2009 15:44

Jeder kann ein Dienstwagen haben, nicht jeder kann sich S-Klasse leisten. Trotz Medienberichten 7,8% GEWINN in der Praxis stehen sehr viele vor dem AUS. Und das alles kurz vor der Parteiwahl! Wie wird der KFZ - Abrechnungspunkt multipliziert oder diewirdiert? Pauschal im Quartal oder nach Leistung (Privat und Diest) beim Finanzamt? Die perfekte Weiterbildung und über 250 Fortbildungspunkten kann nur die Chefin des Hauses im nu erwerben alle andere mussen das EI noch legen.

#1 SkeptikEr    28.07.2009 13:04

Nach neuen Berechungen des Steuerzahlerbundes hat Ullas kleine Spirtztour sogar mindestens 9.300 Euro gekostet - und das unversicherte, geklaute Auto ist da noch nicht mit drin.

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