Nicole Tappée
06. April 2009 09:00
Weiter gehts mit den Studentenprojekten der GWA Junior Agency WS 2008/2009 .
Nach der Pause wurde das Konzept für die Elbphilharmonie in Hamburg präsentiert. Die Layouts waren schön und die Maßnahmen in Ordnung. Aber meine Notiz war "Wenn es nicht langsam spannend wird, schlafe ich ein.". Und das stimmte auch, wir hatten gerade gegessen, saßen in einem dunkeln Raum und bekamen eine - auch noch bewusst monoton gehaltene - Präsentation ohne echte emotionale Ansprache. Die Chance mit musikalischen Elementen zu arbeiten und die Zuschauer so in den Bann zu ziehen, wurde von den Studenten erst in der letzten Minute der ca. 25 minütigen Präsentation genutzt. Das war zu spät.
Dann kam eine Präsentation auf die ich zwar sehr gespannt gewartet hatte, auf die ich hier aber gar nicht groß eingehen möchte, denn sie hat mir so gar nicht gefallen. Für Nintendo sollte mit Below the Line die neue ältere Zielgruppe für DS Lite begeistert und zur Produkt-Registrierung veranlasst werden. Dass das mit viralem Marketing und Riesenwürfeln in deutschen Großstädten klappt, wage ich zu bezweifeln. Und ich habe auch noch nicht verstanden, warum ich im Internet in irgendeinen Raum rein soll. Die Präsentation hat bei mir auf jeden Fall deutlich mehr Fragezeichen als Ausrufezeichen hinterlassen.
Es folgte das Fiat-Team. Die Aufgabe war schwer, ein Auto mit Null USP (es gibt nicht nur viele Wagen im gleichen Segment sondern auch noch baugleiche Konkurrenten) sollte beworben werden. Da es sich um ein Familienauto handelt, wurde eine Testfamilie zum Key Visual. Dabei wurden nicht die üblichen Klischees bedient sondern auf Humor gesetzt. Die Rollen der verschiedenen Familienmitglieder (Vater, Mutter, Sohn, Tochter) wurden alle von gestandene männlichen Testern (Ingenieuren, Professoren o.ä.) übernommen. Damit war eine schräge Optik garantiert. Die Maßnahmen insbesondere der Teaserphase waren rund und die Kommunikationswelt wurde konsequent genutzt. Fraglich für mich ist, ob die Testfamilie nicht vielleicht zu albern wirkt und durch ihre Dominanz das Fahrzeug selber zu sehr verdeckt. Aber davon abgesehen war es echt eine runde Sache und wurde zudem sehr sympathisch präsentiert.
In der letzten Präsentation drehte sich alles um Lanxess. Aufgabe war eine Imagekampagne zur Sympathiesteigerung. Als Lösung präsentierten die Studenten eine Initiative für Wirtschaftprojekte unter dem Motto "Energizing Germany". Den aktuellen Wirtschaftsmeldungen entgegenwirkend sollte Optimismus verbreitet werden. Einige der vorgestellten Maßnahmen fand ich sensationell (z.B. die Google AdWords als La Ola-Welle, den Wasserflipper im Taxi oder die Gute Nacht Nachrichten). Auch die meisten Motive haben mir gefallen, einfach gestaltet z.B. im Piktogramm-Stil wurden Sprüche wie "Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg" humoristisch illustriert. Aber dann gab es zwischendurch auch immer wieder Layouts/Maßnahmen die nicht so gut waren. Für mich als Nicht-gerade-gerne-Flieger negativer Höhepunkt war die Darstellung eines dem Propeller entkommenden einzelnen Vogels ("Manchmal ist es besser neue Wege zu ergründen") während der Vogelschwarm im Hintergrund gerade Richtung Propeller abdriftet.
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