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Ich will größere Rezept-Formulare

Thomas Luft  vLine  17. Juni 2008 12:09   Dieser Blog wurde von einer Privatperson erstellt und enthält persönliche Meinungen oder Erfahrungen.

 

Seit kurzem dürfen wir Apotheker die Rabattverträge dann nicht einhalten, wenn wir "pharmazeutische Bedenken" haben. Was das genau ist hat mir noch niemand erklärt, aber ich nutze das z.B. bei Psychopharmaka oder bei Epileptikern. Schließlich sind das a) schwierige Patienten und b) weiß man nie genau was der ein oder andere Hilfsstoff da noch ausmacht.

Allerdings gibt es da ein Problem: unsereiner muss natürlich dokumentieren warum er den Rabattvertrag nicht einhält. Das geht noch, wenn nur ein Medikament verordnet ist. Wenn aber derer drei auf dem Rezept stehen und dann noch zusätlich die PZNs, irgendwas von "vermutlich ist dieses Medikament zuzahlungsbefreit" und noch Einnahmehinweise, wird das doch recht eng.

Deshalb fordere ich Din A5 statt Din A6-Formulare. Da kann ich dann meinen pharmazeutischen Sermon a la "Wurde nicht ausgetauscht, weil der Patient gut eingestellt ist und die Compliance bei einer Umstellung fraglich ist" hinschmieren. Im Moment wird das alles sehr krakelig.

Aber gut, die Kassen wollen das so, ich bin ein dummer Apotheker, der ja keine Ahnung hat und damit schließlich willfähriger Knecht der Krankenkassen. Um gute Versorgung der Patienten geht es ja schon lange nicht mehr...

 
 

7 Kommentare  vLine  0 Trackbacks  vLine  Permalink

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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#1 SkeptikEr    18.06.2008 11:39

Mit dieser Forderung werden Sie sich so sicher durchsetzen, wie Mario Gomez ein Tor bei der EM schießt. Schließlich ist das System nicht darauf ausgelegt, Ausnahmen bei der Verordnung zu erleichtern, sondern maximal zu erschweren. Good luck!

#2 Andreas Klamm    (Homepage)    19.06.2008 06:40

Werter Herr Thomas Luft ! Was Sie mit der Forderung zum Ausdruck bringen wollen, ist verständlich. Sie ist mindestens genauso seltsam, wie die Verordnungen die erlassen wurden, um das Leben von Apothekern und Apothekerinnen, Ärzten, Ärztinnen, Krankenschwestern und Krankenpflegern und unseren Patienten oder Kunden zu erschweren. Mit einem Punkt Ihres Beitrages kann ich NICHT einverstanden sein. Sie schreiben von einem "dummen Apotheker". Erlauben Sie mir, in all den 18 Jahren, die ich als Gesundheits- und Krankenpfleger und im Rettungdienst in Deutschland und in England tätig war und bin, habe ich NICHT einen einzigen "dummen" Apotheker kennengelernt. Lassen Sie sich doch nicht irgendetwas von irgendwelchen Bürokraten als Bären aufbinden, die von der Gesundheits-Praxis "NULL" Ahnung haben. Mal ehrlich, würden Sie vom Bäcker in Ihrer Stadt, die Bremsleitungen ihres Autos reparieren lassen? Bitte NICHT, sonst gibt dies garantiert eine ALARM-Meldung mit Nachforderung des Notarztes. "Dumm", wenn das so banal zum Ausdruck bringen darf, sind allenfalls die Verordnungen, die statt Bürokratie-Abbau, noch mehr Verwaltungsaufwand, der EXTREM VIEL GELD kostet, -- alle Menschen, -- das Arbeiten und echte und wahre Hilfeleistung verhindert wird. Die Krankenkassen kümmerts offenbar wenig. Wenn all der Aufwand und die Mühe, die in Deutschland eingesetzt werden, um die gut funktionierenden Systeme zu zerstören, genutzt werden würden, um das GUTE im Interesse der Patienten, im Interesse einer guten Gesundheits-Versorgung und im Falle von Krankheit einer guten medizinischen Versorgung aller Menschen, die der Hilfe bedürftig sind, sicher zu stellen und zu gewährleisten, dann könnte in Deutschland ja doch noch etwas GUTES entstehen und es könnte Erfolge in Deutschland geben. Statt in der Verantwortung vor GOTT und den Menschen mit Pflichtbewusstsein auch mit den Geldern von Steuer- und Sozialversicherungs-Zahlern umzugehen, werden Bürokratie-Verordnungen erlassen, die zum Himmel schreien und die inzwischen nicht nur in Europa sondern auch in Übersee zu großem Entsetzen führen, weil die Experten der Praxis es nicht mehr verstehen können, weshalb Deutschland sein einstiges international bekanntes gutes Gesundheits-System zur Zeit selbst zerstört. Jedem Suizid-Patienten würde man normalerweise eine gute Therapie zumindest empfehlen. Wenn irgendwelche Bürokraten, das ehemals angesehene Gesundheits-Systems in Deutschland zerstören, hört man weit und breit keine Stimme, die zumindest sich dafür einsetzt noch größeren Schaden für das Gesundheits-System in Deutschland abzuwenden und damit auch dafür SORGE zu TRAGEN, dass die Versorgung aller Menschen, die auf die Hilfe des Gesundheits-Systems angewiesen sind, gewährleistet ist. Andreas Klamm, Journalist, Gesundheits- und Krankenpfleger

#3 C.K    20.06.2008 14:05

Hallo, sicher richtig. Ich schalge das Form DIN A 2 oder 3 vor, mit mindestens 3 Durchschlägen. Damit ist man sicher für die nächsten 12 Monaten den meisten bürokratischen Feinsinnigkeiten lund Ideen gewachsen. Hoffentlich. Und auch ein Verlust ist dann nicht mehr so leicht möglich.

#4 Thomas Luft    20.06.2008 18:57

@Skeptiker: keine Sorge, dieser Beitrag ist durchaus ironisch zu verstehen @Andreas Klamm: auch hier keine Sorge. Den "dummen Apotheker" meinte ich natürlich auch nicht ernst, nehme ich es doch für mich heraus mich selbst als intelligent zu bezeichnen ;-) Allerdings kommt man sich bei den derzeitigen Regelungen im Gesundheitsbereich manchmal schon ziemlich blöd vor. Nichtsdestotrotz saß mir der Schalk beim Verfassen des Beitrags wohl nicht deutlich genug im Nacken. @C.K: sehr gut, das mit dem Verlust ist mir noch gar nicht gekommen ;-)

#5 Helge    24.06.2008 15:15

Ein weiterer Vorteil von deutlich größeren Rezeptformularen wäre die verbesserte Handhabung durch den Patienten; man stelle sich vor, der Patient zieht sein DinA 4 Rezept elegant aus dem Schnellhefter, völlig knitterfrei und unproblamtisch zu bedrucken. Vorbei die Zeit der lästigen Rezeptsuche in übergroßen Handtaschen oder der "Rezeptmanipulation" an Tischkanten oder mit dem Bügeleisen um ein auf DinA 23 zerknäultes Rezept wieder lese- und abrechnungsfähig zu machen. Also ich wäre dafür: Rezept XXL !!! Und am Monatsende mit dem 7,5 Tonner die Leitzordner zum Rechenzentrum :-) ACHTUNG: dieser Beitrag ist nicht frei von Ironie

#6 Klemm    25.06.2008 11:55

Wäre es nicht sinnvoller statt des Formats zunächst die Papiersorte zu wechseln? Denn wenn man immer weniger damit einlösen kann, sollte das Rezept zumindest eine haptische Wertigkeit ausstrahlen...

#7 bernd    19.07.2008 17:01

mal ganz ehrlich, ich bin frisch gebackener apotheker und verzweifle einfach daran, in welchem fall ich pharmazeutische bedenken anbringen kann ohne retaxiert zu werden. für mich ist das eigentlich schon jeder fall der eine mindere compliance des patienten nach sich zieht und das fängt genau dann an wenn patient XY eben nicht mehr seine gewohnte packung bekommt und nach eingehender beratung, das es dem metoprolol egal ist wer es eingpackt hat immer noch keine einsicht zeigt. nur bin ich mir nicht klar wie wir da retaxiert werden. ich will einfach mal eine klare aussage was ich kann und was nicht. mir hat neulich jemand erzählt das man das im detail belegen muss wenn man pharmazeutische bedenken vermerkt oder sofort auf null taxiert wird. was heisst das für mich ?!?! muss ich den patienten unterschrieben lassen das er die abgabe des rabatt arzneimittels verweigert? muss ich pubmed bemühen und bioverfügbarkeits kurven an das rezept heften damit die lieben aok mitarbeiter nachvollziehen können das es bei geringen therapeutsichen breiten schon eine unterschied macht ob ich thyroxin von ratiopharm oder henning abgebe ?!?! ich bitte euch als junger kollege um erfahrungsaustausch!

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