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Facharzt für Zweitmedizin.

Frank Antwerpes  vLine  11. Juni 2008 13:25   Dieser Blog wurde von einer Privatperson erstellt und enthält persönliche Meinungen oder Erfahrungen.

 
GKV-Ärzte wissen: Das gute alte Verordnen ist auch nicht mehr das ist, was es einmal war. Statt dessen kreist der Kugelschreiber irgendwo im Niemandsland zwischen Festbetrag, Zuzahlung, Rabattverträgen, Aut-Idem-Regelung und Arzneimittelregress.

Doch jetzt ist im Rationierungslabor des Gemeinsamen Bundesausschusses (GBA) ein neues Instrument entwickelt worden, um die Therapiefreiheit weiter zu beschränken: Die Zweitmeinung. Ziel ist es, den Bewegungsspielraum des behandelnden Arztes weiter einzuengen. So soll bei bestimmten Arzneimitteln in Zukunft ein "Arzt für besondere Arzneimitteltherapie" mitentscheiden. Frei nach dem Motto: Wenn schon Guantanamo, dann bitte auch mit Fussfesseln. Der Begriff "besondere Arzneimitteltherapie" scheint mir dabei besonders gut gelungen - auch bei der Stasi gab es den "IM für besondere Aufgaben".

Der Trend der Bondage-Experten im GBA geht also klar in Richtung Zweit-Arzt. Einer therapiert, der andere rationiert. Es dürfte nicht lange dauern, bis sich das in der Musterberufsordnung für Ärzte nieder schlägt. Dort wird man sicher bald vom "Facharzt für Zweitmedizin" lesen - mit 6wöchiger Weiterbildung in Rationierungstherapie und Einschränkungsheilkunde.



Es lebe die Therapiefreiheit.
 
 

3 Kommentare  vLine  0 Trackbacks  vLine  Permalink

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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#1 Kassenknecht    11.06.2008 16:02

Die traurige Wahrheit.

#2 Hautarzt    12.06.2008 15:19

Genial, Hr. Kollege - bitte in Facharzt.de posten ;-)

#3 Schuermann    13.06.2008 10:43

"Das schlägt dem Faß den Boden aus!" Bei aller unterschiedlichen Meinung über Therapien und gutes Arbeiten am Patienten bedaure ich Sie als Ärzte wirklich. Gut daß ich Heilpraktiker bin und mir nicht von "GrünTischVandalen" meine Therapien und Verordungen vorschreiben lassen muß. [ sind nich auch Ärztevertreter im "GBA" anwesend?] Wenn Sie aber wirklich etwas ändern möchten (Ihre offiziellen Berufsvertreter reden revolvierend seit Jahren davon) geben Sie Ihre GKV Zulassungen zurück und sehen mal was dann passiert. Nur kluge Reden halten nützt leider weder Ihnen noch unseren "gemeinsamen" Patienten.

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